Ablöse-
und
Trennungsprobleme:
Diese beiden Begriffe
liegen nur scheinbar diametral gegenüber.
Die Schwierigkeit der
Ablösung von der phantasierten Macht der wichtigen
Bezugspersonen
aus der Herkunftsfamilie, der Eltern, gründet, ebenso wie die
Verlustangst bei der Trennung vom bisherigen Lebenspartner, auf dem
menschlichen Bedürfnis nach Liebe, Loyalität und
Zugehörigkeit.
Eltern können ihren
Kindern „Glaubenssätze“ einimpfen, die,
werden sie nicht
hinterfragt und abgelegt, für das ganze spätere Leben
eine
einschränkende und hemmende Wirkung ausüben
können.
Solche Glaubenssätze sind
beispielsweise:
„Du
bist eine
Enttäuschung für mich!“
„Ohne
mich bist du gar
nichts!“
„Du
darfst keine Freude
empfinden, weil es mir selbst nicht gut geht!“
„Du
bist nichts wert!“
Aus Liebe, Loyalität und
dem Wunsch nach Zugehörigkeit übernimmt das Kind
diese gefühlten
„Wahrheiten“ schließlich in die eigene
Wertewelt, um so die
Beziehung zum Elternteil aufrecht erhalten zu können. Diese
„Identifikation mit dem Aggressor“ sichert durch
Akzeptanz der
Entwertungen wenigstens ein bisschen Nähe.
Da die Empörung über die
Ungerechtigkeit also nicht ausreichend gespürt werden darf,
richtet
man die Wut, statt nach außen, gegen sich selbst und durch
diese
Selbstentwertung entstehen Depressionen.
In den späteren
Partnerschaften ist der Mechanismus ähnlich.
Über
Jahre hat man in der
Beziehung viel erduldet, sich zurückgenommen und wird nun
weggeschickt. Wieder werden die verinnerlichten Glaubenssätze
aktiv
und man hält sich für alleine gar nicht mehr
lebensfähig.
Auch wenn der Erwachsene
rein intellektuell weiß, dass diese Annahmen so nicht richtig
sein
können, entfalten sie doch ihre innerseelische Wirkung.
In der Therapie besteht
die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen
korrigierende
Erfahrungen zu machen, um sie danach in der Außenwelt
anzuwenden und
zu vertiefen.